Ich möchte Sie bitten, sich vorzustellen und Ihren Aufgabenbereich bei BNP Paribas Asset Management (BNPP AM) kurz zu beschreiben.

Ich bin CEO und Country Head von BNPP AM in Malaysia, wo ich seit 2007 unser Geschäft aufgebaut habe. Als nationale Leiterin bin ich für das Wohlergehen meiner Mitarbeiter und die Entwicklung unserer Geschäftstätigkeit in Malaysia verantwortlich.
Neben meiner Arbeit bei BNPP AM bin ich Mitglied des Joint Committee for Climate Change in Malaysia, das von der Securities Commission Malaysia und der Central Bank of Malaysia eingerichtet wurde, sowie des Branchenbeirats für das ASEAN Working Committee on Capital Market Development (WC-CMD) und des ASEAN Capital Markets Forum. Außerdem bin ich „Schatzmeisterin“ bei der Malaysian Association of Asset Managers, die sich für die Verbesserung der Standards in der Vermögensverwaltungsbranche des Landes einsetzt. Ein wichtiger Teil der Aufgabe dieser Organisation besteht darin, die Branche zu einem nachhaltigeren Ansatz in der Vermögensverwaltung zu bewegen.



Worin besteht Ihr persönliches Interesse an Nachhaltigkeit?

DURCH DAS VON BNP PARIBAS UNTERSTÜTZTE
LOST-FOOD-PROJEKT
KONNTEN 5 MILLIONEN MAHLZEITEN GERETTET WERDEN

Ich habe ein sehr starkes persönliches Interesse an Nachhaltigkeit. Im Jahr 2015 habe ich mit einigen Freunden das Lost Towel Project gegründet. Das Projekt zielt darauf, Chin-Flüchtlingsfrauen aus Myanmar durch Kompetenzen zu stärken und ihnen durch finanzielle Unterstützung neue Möglichkeiten zu eröffnen. Als Eltern haben wir die Erfahrung gemacht, dass unsere Kinder oft ihre Sporthandtücher in der Schule verloren haben. Darin sahen wir eine Chance: Wir investierten in einige Nähmaschinen und Handtücher und brachten den Frauen bei, diese zu besticken, während sie auf ihre Anerkennung als Flüchtlinge warteten. Die Handtücher haben wir an andere Eltern an Schulen in der Stadt verkauft, und der Reingewinn ging direkt an die Frauen zurück.
Ein Jahr später gründeten wir das Lost Food Project. Supermärkte werfen viele Lebensmittel weg, die noch essbar sind, weil sie nicht einwandfrei aussehen. Wir haben mit den Lebensmittelhändlern darüber gesprochen, ob sie sie an bedürftige Familien spenden würden. Zu Beginn haben wir die Lebensmittel selbst mit unseren Autos bei den Läden abgeholt. Heute fahren Fünf-Tonnen- und Ein-Tonnen-Kühlwagen für uns und holen die Lebensmittel bei vielen Partnern ab, fast wie ein Logistikunternehmen, und das Projekt wächst weiter. Es wurde durch Finanzmittel aus dem Help2Help-Programm von BNP Paribas unterstützt.
Bis heute haben wir zwei Millionen Kilo Lebensmittel gerettet, das entspricht fünf Millionen Mahlzeiten, die sonst im Müll gelandet wären. Wir haben errechnet, dass damit nicht nur Menschen ernährt, sondern auch drei Millionen Kilo CO2-Emissionen vermieden wurden, die entstanden wären, wenn die Lebensmittel zu einer Deponie gebracht worden wären.
Ich bin sehr dankbar, dass die BNP Paribas Stiftung Help2Help auch die Entwicklung unseres Lost Food Project unterstützt hat und uns in den letzten Jahren Zuschüsse gewährt hat, um unsere Aktivitäten zu unterstützen.

DURCH DAS VON BNP PARIBAS UNTERSTÜTZTE LOST-FOOD-PROJEKT
KONNTEN 5 MILLIONEN MAHLZEITEN GERETTET WERDEN

Das
Interview

Beteiligen sich Mitarbeiter von BNPP AM an diesem Projekt?

Ich überlasse es den Mitarbeitern, ob sie sich beteiligen möchten. Viele machen mit. Viele Kollegen haben ehrenamtlich beim Sammeln und Verteilen der Lebensmittel mitgewirkt. Es berührt mich sehr, dass sie sich engagieren wollen, weil sie sehen, wie sich die Unterstützung auf das Leben der Menschen auswirkt. Dies steht im Einklang mit unserer Unternehmensphilosophie und unserem Wunsch, hier in Malaysia den Worten Taten folgen zu lassen.
Unser Unternehmensprogramm 1MillionHourstoHelp unterstützt die Mitarbeiter dabei, sich für gemeinnützige Arbeit, die ihnen am Herzen liegt, freizunehmen.

Glauben Sie, dass Sie die Nachhaltigkeit durch Ihre Arbeit bei BNPP AM fördern können?

UNTERNEHMEN WENDEN SICH AN UNS, UM SICH BERATEN ZU LASSEN,
WIE INVESTOREN DAS KLIMARISIKO ANGEHEN KÖNNEN

Auf jeden Fall. Nachhaltigkeit ist in Malaysia sehr wichtig geworden, vor allem in den letzten Jahren, und bei BNPP AM tragen wir dazu bei, den Wandel zur Nachhaltigkeit zu fördern.
Da wir in der malaysischen Vermögensverwaltungsbranche weithin als führend im Bereich Nachhaltigkeit angesehen werden, fragen uns Firmen um Rat, wenn es um die Wünsche globaler Investoren im Umgang mit Klimarisiken und anderen Umweltproblemen geht. Wir haben in Zusammenarbeit mit Bursa Malaysia und der Securities Commission Workshops über ESG-Themen (Umwelt, Soziales, Governance) für börsennotierte Unternehmen und die Branche durchgeführt. Über unsere Investment Academy haben wir zahlreiche Workshops organisiert, auch in Zusammenarbeit mit dem CFA Institute, um unsere institutionellen Investoren, einschließlich Unternehmen, bei der Integration von ESG-Aspekten in ihre Anlagen zu unterstützen. Die Aufsichtsbehörden haben bemerkt, dass wir tatsächlich ESG-Aspekte integrieren, wie in unserem Dokument zur globalen Nachhaltigkeitsstrategie dargelegt, und heute suchen sie unseren fachkundigen Rat und haben mich zur Teilnahme am Joint Committee for Climate Change eingeladen.
Ich persönlich lerne jeden Tag von meinen fachkundigen Kollegen im Sustainability Centre1, das es seit 2017 gibt. Als ESG-Vorkämpferin nehme ich an dem regelmäßigen telefonischen Austausch mit unseren Nachhaltigkeitsexperten teil. Dadurch kann ich mein Wissen erweitern und dieses wiederum mit den verschiedenen Interessengruppen in Malaysia teilen.
Ich freue mich darauf, meine Kenntnisse auf die nächste Stufe auszuweiten: Dank der Unterstützung meines Managements habe ich die Möglichkeit, an einer Fortbildung am Cambridge Institute for Sustainable Leadership teilzunehmen..

UNTERNEHMEN WENDEN SICH AN UNS, UM SICH BERATEN ZU LASSEN,
WIE INVESTOREN DAS KLIMARISIKO ANGEHEN KÖNNEN

Glauben Sie, dass verantwortungsvolles Investieren dazu beitragen kann, die Welt zu verbessern?

Ich stehe voll und ganz hinter dem Konzept des nachhaltigen Investierens. In meinem Teil der Welt muss noch viel getan werden, um die Dinge zu verbessern – nicht nur in Bezug auf die Umwelt, sondern auch bei Arbeitsfragen und Arbeitsrecht. Im Rahmen unserer Rolle als Investoren gehen wir diese Themen direkt mit den Unternehmen an, und es ist großartig, zu erleben, welche Verbesserungen erreicht werden. Die Unternehmen richten Nachhaltigkeitsteams ein und bitten uns um Rat, was zu tun ist und wie sie besser werden können. Auch die Aufsichtsbehörden stellen Taxonomien bereit, um diese Dinge anzugehen.
Allerdings gibt es noch viel zu tun. BNPP AM bietet mir die perfekte Plattform, um Nachhaltigkeit durch Anlagen zu fördern und über alle diese enorm wichtigen Themen direkt mit Unternehmen, Aufsichtsbehörden und anderen Interessengruppen zu sprechen.

ES GIBT NOCH VIEL ZU TUN

1 2017 haben wir ein abteilungsübergreifendes Nachhaltigkeitszentrum mit 25 Mitarbeitern aufgebaut, das den Investmentteams Analysen zu Unternehmen und Sektoren an die Hand gibt. Außerdem unterstützt es andere Teams bei der Entwicklung von nachhaltigen Investments unter der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitschancen und –risiken.

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