Ich möchte Sie bitten, sich vorzustellen und Ihren Aufgabenbereich bei BNP Paribas Asset Management (BNPP AM) kurz zu beschreiben.

SEIT 2017 HABEN WIR PROJEKTE IN HÖHE VON
350 MILLIONEN EURO FINANZIERT, DIE UNSEREN ESG-KRITERIEN ENTSPRECHEN

Als Leiterin des Bereichs Infrastrukturanleihen bei BNPP AM besteht meine Aufgabe darin, Real Assets zu finanzieren, die wesentliche Güter oder Dienstleistungen für die Allgemeinheit bereitstellen. Dies deckt Sektoren wie erneuerbare Energien, Digitalisierung oder das Transportwesen ab. Die Idee besteht darin, Anlagen zu identifizieren und auszuwählen, also mit den wichtigsten Akteuren, so etwa mit Banken, zu sprechen, die als Kreditgeber für diese Infrastrukturprojekte fungieren. Die Tatsache, dass wir Teil der großen europäischen Bankengruppe BNP Paribas sind und damit eines wichtigen Players im Bereich Infrastrukturfinanzierung, gewährt uns einen privilegierten Zugang zu einem Portfolio von Projekten. Wir arbeiten jedoch auch mit anderen Akteuren aus dem Bankenbereich zusammen. Zudem stehen wir in direktem Kontakt mit den Kapitalanlegern, die die Projekte entwickeln, die unseren Finanzierungen zugrunde liegen, oder mit deren Finanzberatern. Seit meinem Eintritt bei BNPP AM im Jahr 2017 haben wir so Vermögenswerte in Höhe von 350 Mio. Euro finanziert, die unseren Vorgaben im Bereich Umwelt, Soziales, Governance (ESG) entsprechen. Die nächste Generation von Fonds, die derzeit aufgelegt wird, ist ebenfalls daran ausgerichtet und setzt sich zudem ein konkretes Ziel im Hinblick auf die Wirkung.
Dies ermöglicht es uns letztendlich, unseren Kunden Infrastrukturanleihenfonds anzubieten, mit denen sie Rendite und Diversifizierung erzielen können und die gleichzeitig ESG-Aspekte beachten.

SEIT 2017 HABEN WIR PROJEKTE IN HÖHE VON
350 MILLIONEN EURO FINANZIERT, DIE UNSEREN ESG-KRITERIEN ENTSPRECHEN



Was haben Sie vor Ihrer Zeit bei BNPP AM beruflich gemacht?

Ich habe meine Karriere bei KPMG begonnen und dann zu einem Beraterteam für Organisation, Strukturierung und Projektfinanzierung bei einer Bankengruppe gewechselt, wo ich etwa zehn Jahre blieb. Ich war auf erneuerbare Energien spezialisiert. Anschließend arbeitete ich bei einer Vermögensverwaltungsgesellschaft, wo ich an der ersten Generation von Private-Debt-Fonds im Infrastrukturbereich mitwirken konnte. Mit dieser doppelten Erfahrung aus dem Banken- und Asset-Management-Bereich kam ich zu BNPP AM, um diesen Bereich im Team Private Debt and Real Assets (PDRA) aufzubauen.

Das
Interview

Sie haben erneuerbare Energien angesprochen – ist das ein Bereich, der für Sie persönlich besonders interessant ist?

WIR FINANZIEREN REALE VERMÖGENSWERTE, DIE WESENTLICHE
DIENSTLEISTUNGEN WIE STROM, TRANSPORT ODER BREITBAND-INTERNET BEREITSTELLEN

Reale Vermögenswerte zu finanzieren, die eine wesentliche Dienstleistung wie die Stromversorgung, den Transport oder das Breitband-Internet bereitstellen, ist spannend, weil der Bereich sowohl breit gefächert als auch eng mit der Wirtschaft verzahnt ist. Erneuerbare Energien zu finanzieren heißt, die Nachfrage nach sauberer Energie zu befriedigen. Wir stellen diese essenzielle Dienstleistung bereit, indem wir umweltfreundliche Anlagen finanzieren. Ich habe mir diesen Bereich ausgesucht, weil er für mich eine Bedeutung hat und stellvertretend für die positive Rolle steht, die die Finanzcommunity angesichts der Herausforderungen des Klimawandels einnehmen kann – was durch die Krise, die wir gerade durchleben, sogar noch an Aktualität gewonnen hat.

WIR FINANZIEREN REALE VERMÖGENSWERTE, DIE WESENTLICHE
DIENSTLEISTUNGEN WIE STROM, TRANSPORT ODER BREITBAND-INTERNET BEREITSTELLEN



Bemerken Sie einen echten Wandel hin zu Nachhaltigkeit in der Finanzwelt?

Bei der Verwaltung von Investmentfonds bemerke ich das in zweierlei Hinsicht. Einerseits auf der Aktivseite, denn alle großen Marktteilnehmer, die Investitionen tätigen oder Kredite gewähren, integrieren zunehmend ESG-Aspekte. Ich manage aber auch Passivgeschäfte, wo wir uns um die Kapitalbeschaffung kümmern. Auch dieser Bereich ist bestimmt durch das wachsende Interesse, das institutionelle Anleger an diesen Themen haben und somit an Vermögenswerten, die den ESG-Kriterien entsprechen.

Daher entwickeln wir einen konkreten Ansatz, um herauszufinden, was nachhaltig ist und was nicht, und unsere Strategie an konkreten Punkten ausrichten zu können. Uns geht es darum, die Energiewende und allgemeiner, den Übergang von einer kohlenstoffintensiven Wirtschaft zu einer umweltfreundlicheren und grüneren Wirtschaft zu finanzieren. So ist es uns zum Beispiel ein Anliegen, durch die Entwicklung von Ladestationen Städte bei der Planung und Finanzierung grüner Mobilität zu unterstützen. Auch das Thema „Smart City“ interessiert uns. Es berührt die Sektoren Transport, Energie und Telekommunikation ebenso wie den Bereich intelligenter Stromnetze oder -zähler. Für uns ist es zentral, in diese Art von Vermögenswerten zu investieren und uns Gedanken über Themen zu machen, die unser tägliches Leben betreffen.

Können Sie Ihr Arbeitsumfeld und das Engagement für eine grünere Finanzwelt kurz charakterisieren?

WIR HABEN EINE EIGENE ESG-METHODIK, DIE EINE
ESG-BEWERTUNG FÜR JEDEN UNSERER VERMÖGENSWERTE ERMÖGLICHT

Wir sind in der glücklichen Lage, dass unser internes Sustainability Center1 , das seit 2017 besteht und aktuell 25 Mitarbeiter hat, uns tagtäglich bei der Integration von ESG-Aspekten in unsere Anlageprozesse unterstützt. Diese Abteilung war maßgeblich daran beteiligt, eine ESG-Methodik zu entwickeln, die genau auf unsere Strategie zugeschnitten ist und es uns ermöglicht, eine ESG-Bewertung für jeden unserer Vermögenswerte zu erhalten. Wir ergänzen diese Bewertung durch eine Analyse der sozialen und ökologischen Wirkung jeder Anlage, die von unabhängigen Experten erstellt wird. Es ist eher selten, dass in einem Unternehmen ein so spezialisiertes Team für diese Themen zur Verfügung steht.

WIR HABEN EINE EIGENE ESG-METHODIK, DIE EINE
ESG-BEWERTUNG FÜR JEDEN UNSERER VERMÖGENSWERTE ERMÖGLICHT



Ist die Anlage in nachhaltige Vermögenswerte auch auf kürzere oder längere Sicht ökonomisch sinnvoll?

Ja, natürlich. Dabei geht es nicht nur darum, ein Thema abzuhaken. Anlegern ist sehr bewusst, dass ESG zunehmend die Cashflows ihrer Anlagen beeinflusst und damit auch deren langfristigen Wert. Deswegen ist es wichtig, diese sogenannten nicht finanziellen Kriterien zu berücksichtigen, insbesondere da wir über lange Zeiträume hinweg investieren, die 20 bis 30 Jahre umfassen können. Die Berücksichtigung von ESG-Aspekten bei dieser Art von Finanzierungen ist somit von größter Bedeutung.



Glauben Sie, dass die Finanzbranche eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Welt von morgen spielt?

Unsere Branche plant und finanziert bereits heute die Welt von morgen. Es freut mich sehr, dass ich Teil dieser zukunftsorientierten Sparte des Finanzsektors bin. Wenn man langfristig investiert, muss man sich Gedanken über die Zukunft machen. Und mit Blick auf die Gesundheitskrise, die wir aktuell durchleben, rückt die Bedeutung des Investierens in nachhaltige und ethisch einwandfreie Anlagen noch mehr in den Fokus.

DIE BERÜCKSICHTIGUNG VON ESG-ASPEKTEN IST VON WESENTLICHER BEDEUTUNG, DA WIR ÜBER LANGE ZEITRÄUME INVESTIEREN

1 2017 haben wir ein abteilungsübergreifendes Nachhaltigkeitszentrum mit 25 Mitarbeitern aufgebaut, das den Investmentteams Analysen zu Unternehmen und Sektoren an die Hand gibt. Außerdem unterstützt es andere Teams bei der Entwicklung von nachhaltigen Investments unter der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitschancen und –risiken.

Überblick über
alle Experten